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Ins Hotel?

Digitale Simulation einer Hotel-Zuwegung im künftigen Weltkulturerbe

 

KUNDE
Ingenieurbüro Dierk Münster
Borsteler Chaussee 53
22453 Hamburg
Telefon: 040 / 41 32 73-0
Fax: 040 / 41 32 73-50
E-Mail: muenster@ib-muenster.de
Internet: www.ib-muenster.de

ÜBERBLICK
Ingenieurbüros müssen sich heute mehr denn je mit neuen technischen Möglichkeiten auseinandersetzen. Neben exzellenter Qualität der Ingenieursarbeit erwarten Kunden schon früh detaillierte Informationen über das Projekt und mögliche Varianten. UDS vertreibt und schult Software, die genau diese Anforderungen erfüllen. Das Projekt AMERON Hotel Speicherstadt zeigt,  wie man große Datenmengen mit einfachen Mitteln nutzbar macht, um den Projekterfolg sicherzustellen.

Ins Hotel?
Digitale Simulation einer Hotel-Zuwegung im künftigen Weltkulturerbe

Bauliche Eingriffe in einem denkmalgeschützten Gebiet sind eine delikate Angelegenheit: Wie kann man die funktionalen Anforderungen so erfüllen, dass schützenswerte Strukturen erhalten bleiben? Noch enger sind die Grenzen gesteckt, wenn – wie im Fall der Speicherstadt in Hamburg – ein Stadtviertel zum Weltkulturerbe werden soll. Ingenieure und Architekten müssen Bauherren und Behörden frühzeitig beweisen, dass ihre Lösungen auch unter dem Gesichtspunkt des Denkmalschutzes nachhaltig sind und die Grundlagen für die Erteilung des UNESCO-Titels „Weltkulturerbe“ nicht zerstören. Bei der Umgestaltung eines Verwaltungsgebäudes in ein Hotel war vor allem die Gestaltung der Zuwegung herausfordernd. Die UDS GmbH unterstützte das beauftragte Ingenieurbüro durch ein InfraWorks-Projekt zur überraschend einfachen und wirksamen Visualisierung und Verkehrssimulation.


Moderne Speicherstadt

Natürlich zeigt die Ende des 19. Jh. erbaute Speicherstadt schon heute Merkmale einer modernen Großstadt: Der Sandtorkai ist sechsspurig ausgebaut, man findet in der Reihe der ehemaligen Lagerhäuser auch Bauten jüngeren Datums. Das achtstöckige Haus Nummer 4 ist in den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts entstanden und wurde als Verwaltungsgebäude genutzt. Nun gehört es  der Ameron-Kette und wird zu einem Hotel mit 192 Zimmern umgebaut; die Eröffnung ist für Sommer 2014 geplant.

Herausforderung für Ingenieure

Allerdings bedürfen die baulichen Veränderungen insbesondere bei der Gestaltung der Zuwegung eines gewissen Fingerspitzengefühls. Das Gebäude besitzt keine Tiefgarage, für oberirdische Parkmöglichkeiten ist kaum Platz. Es muss eine hinreichend große Vorfahrt geschaffen werden – für Busse, Taxis, private PKWs und Lieferanten. Fußgänger und Radfahrer müssen das Gebäude bequem und gefahrlos passieren können. Eine funktionelle und stadtplanerisch verträgliche Lösung zu finden, ist Aufgabe des Ingenieurbüros Dierk Münster. Es muss seine Planungsideen möglichst früh so präsentieren, dass auch technische Laien sicher entscheiden können, ob das Vorhaben im Sinne des Weltkulturerbes verträglich ist. Wie geht das – einfach, kostengünstig, schnell und wirkungsvoll?

Schmelztiegel für Daten

Das Ingenieurbüro hatte schon des Öfteren mit der UDS GmbH als Consultingbüro und Systemhaus zusammengearbeitet, und die UDS GmbH fand auch für diese Herausforderung eine Lösung: Autodesk InfraWorks. Diese Software kann Daten und Modelle aus verschiedenen Autodesk-Produkten verarbeiten und gleichzeitig GIS-, Raster, DGN- und Sketch-Up-Daten importieren. Daraus bildet sie ein gemeinsames Datenmodell, das sich leicht visualisieren und verändern lässt. Vor allem ist es möglich, Situationen zu simulieren. Daten waren zum Glück reichlich vorhanden: Das Gebäude war mit Hilfe von Autodesk Revit geplant worden, die Stadt lieferte das digitale Stadtmodell  im DXF-Format, die Straßenplanung war mit Autodesk Civil 3D erstellt worden. Dazu kamen digitale Fotos der Hotelumgebung im JPG-Format sowie eine Grobplanung der Zuwegung aus Civil 3D. Aus dieser Vielfalt das künftige Hotel samt Zufahrt in der echten Umgebung zu visualisieren, war ein Leichtes. Dipl.-Ing. Roman Börnchen, Geschäftsführer der UDS GmbH, erklärt: „Wenn man sich einen Tag lang mit der Software beschäftigt, geht das fast intuitiv.“

Visualisieren und Simulieren

Auch muss man kein Konstruktionsspezialist sein, um das Ergebnis zu verstehen: Jeder Laie erkennt die dargestellte Situation. „Wir können schon bei der Präsentation Dinge verändern und dem Bauherrn alternative Möglichkeiten aufzeigen“, freut sich Dierk Münster. „Wie soll die Vorfahrt gepflastert werden? Wo und wie lassen sich historische Steine verbauen? Was ist zu tun, damit sich die Zufahrt möglichst harmonisch in die Umgebung einfügt?“ Und InfraWorks kann noch mehr: Es zeigt das Gebäude im Tagesverlauf – vom Sonnenaufgang bis in die tiefe Nacht ist die Wirkung von Tages- und Kunstlicht zu beobachten; man sieht das Hotel auf Wunsch an strahlenden Sonnentagen oder bei bedecktem Himmel. Und schließlich erleben die Betrachter die Zufahrt in Aktion: Wie stark darf der Verkehr sein, damit pro Stunde 20 Gäste mit Taxi oder PKW an- und abreisen können? Blockiert der Bus die Straße, wenn morgens eine schier endlose Zahl von Fahrrädern am Hotel vorbeifährt? Kann der Müllwagen in die Zufahrt einbiegen, wenn man die Grünstreifen-Variante wählt? Die Infrastructure Design Suite stellt alle virtuellen Verkehrsteilnehmer zur Verfügung, und ihre Frequenz lässt sich mit Schiebereglern ganz einfach einstellen. Die Planer haben die Bauherrin und die Hamburger Behörden mit dieser Präsentation begeistert. Auch Projektbeteiligte ohne Ingenieurwissen konnten sich einbringen und Vorschläge machen. So erhielten die Ingenieure wertvolle Impulse für die weitere Planung; das Vertrauen der Auftraggeber ist gewachsen. Für dieses Ergebnis lohnt sich die Investition – egal, ob man sich entscheidet, die Software selbst anzuschaffen und zu erlernen oder ob man projektbezogen einen Dienstleister engagiert. Roman Börnchen schätzt den Aufwand für eine solche Präsentation auf zwei bis drei Tage: „Da ist allerdings das Beschaffen der Daten von externen Stellen schon eingerechnet.“